Agatha Christie

Schatten

Biographie

Zuletzt aktualisiert am: 20. April 2019

Agatha Christie gilt als die „Queen of Crime“. Ihre Bücher, hauptsächlich Kriminalromane, aber auch Bühnenstücke und Kurzgeschichten, gelten als die meistgekauften Werke nach der Bibel. „Meine schriftstellerische Tätigkeit als Beruf aufzufassen, wäre mir lächerlich erschienen.“ Erstaunliche Worte!
Sie selbst sah sich in erster Linie als Ehefrau, die nebenbei Krimis schrieb. Und so wurde sie sozusagen beiläufig zu einer der erfolgreichsten Autorinnen aller Zeiten. Besonders zwei Figuren machten die Britin unsterblich: die schrullige Hobby-Ermittlerin Miss Marple und der clevere belgische Detektiv Hercule Poirot.

Agatha Christie wurde 1890 in Torquay in England geboren. Ihr amerikanischer Vater, der für die Familie ein gesichertes Einkommen hinterlegte, starb, als Agatha Christie elf Jahre alt war. Bis zu ihrem 16. Lebensjahr wurde sie von der Mutter unterrichtet, die ihr schriftstellerisches Talent früh erkannte und förderte. Nach einem abgebrochenen Musikstudium in Paris arbeitete sie als Krankenschwester und sammelte durch den Umgang mit Giften viele Ideen für ihre späteren Kriminalromane. 1921 erschien ihr erster Krimi Das fehlende Glied in der Kette. Doch wirklich berühmt wurde sie erst durch ihren Roman Alibi. Nach dem Tod ihrer Mutter, der Christie sehr mitnahm, reiste sie Ende 1928 mit dem Orientexpress in den Nahen Osten, danach veröffentlichte sie den Krimi Mord im Orientexpress. Darauf folgten über fünfzig weitere Romane, die ihr nicht nur Reichtum einbrachten, sondern 1971 auch den Adelstitel. Am 12. Januar 1976 starb Agatha Christie in ihrem Haus in Wallingford im Alter von 85 Jahren.

Agatha Christie beherrschte das Krimigenre wie keine andere. Ihr Rezept: es braucht eine geschickte Dramaturgie, die bis zum Ende spannend bleibt und einige Überraschungen bereithält, eine gute Portion doppelbödigen Humors, geschliffene Dialoge, skurrile Charaktere und nicht zuletzt das ständige Miträtseln des Publikums.
Die Mausefalle wird seit über 65 Jahren im Londoner Westend ohne Unterbrechung aufgeführt und ist damit das am längsten laufende Theaterstück der Welt. Mittlerweile haben bereits über 350 Schauspieler in dieser Produktion mitgewirkt. Der Premieren-Regisseur des Stückes, Peter Saunders, feierte jahrelang sogenannte „Mausefallen“-Partys im Londoner Savoy Hotel, denen auch die sonst recht scheue Agatha Christie regelmäßig beiwohnte.

Die Mausefalle wurde ursprünglich nicht als Theaterstück, sondern als Radio-Hörspiel konzipiert. Die damalige Königinmutter Mary, bekannt als Queen Mary, wurde 1947 in einem Interview gefragt, was sie sich zum Geburtstag wünschen würde, wenn sie frei wählen dürfte. Sie antwortete darauf: „A play of Agatha Christie“ („Ein Stück von Agatha Christie“). Agatha Christie verfasste daraufhin das Hörspiel Three Blind Mice (Drei blinde Mäuse) zu ihren Ehren. Das zwanzigminütige Hörspiel wurde am 26. Mai 1947, dem 80. Geburtstag von Queen Mary, von der BBC gesendet. Der Titel bezieht sich auf einen bekannten englischen Kinderreim, der in diesem Stück vom Mörder gesungen wird.
Agatha Christie arbeitete das Hörspiel später zunächst in einen Kurzkrimi und dann in ein Bühnenstück mit zwei Akten um. Nach Abschluss der Arbeit stellte sie fest, dass es ein Theaterstück mit dem Titel Three Blind Mice bereits gab. Die Umbenennung in The Mousetrap ist eine Anleihe an Shakespeare und stammt aus dem dritten Akt von Hamlet, in dem eine Theatergruppe ein „Stück im Stück“ vorführt. Hamlet antwortet auf die Frage von Claudius, welches Stück gespielt werde, „The mouse-trap“, er spielt mit seinen Worten auf die Falle an, die er Claudius stellt, indem er ihn durch die Vorstellung mit seinen Taten konfrontiert.

Agatha Christie: „Dann kam die Premiere. Ich muss gestehen, ich hatte nicht das Gefühl, dass es ein großer Erfolg sein würde. Ich fürchtete, ich hatte zu viele komische Szenen eingebaut, denn es wurde zu viel gelacht. Ich war deprimiert. Aber der Regisseur nickte mir ermutigend zu und sagte: „Keine Sorge! Ich schätze, dass es über ein Jahr laufen wird – ich tippe auf vierzehn Monate.“ „So lange nicht“, widersprach ich, „ich rechne mit acht Monaten.“

Agatha Christie im Contra-Kreis-Theater


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