Einen unterhaltsamen Abend mit historischen Bildern, Musik und einem kleinen Talk zum 80. Geburtstag des Landes Nordrhein-Westfalen gibt es am Montag, 27. April, um 18 Uhr im Contra-Kreis-Theater gleich neben der Uni. Eine Art bunter Abend, wie man vor 80 Jahren gesagt hätte. Die Veranstaltung steht unter dem Motto: Nordrhein-Westfalen – Aufbruch ins Wirtschaftswunder.
Das neue Land im Westen war quasi von Beginn an einer der Motoren des wirtschaftlichen Neubeginns in den Trümmern des Krieges. Der Aufschwung nach dem Krieg, der Start in eine bunte Konsumwelt mit ihren markanten Farben, der unvergesslichen Schlagermusik und den ersten Anfängen von Fernreisen und bescheidenem Wohlstand ist ohne die Welt der Arbeit undenkbar. Die beiden bekannten Fotografen Dr. Paul Wolff und Alfred Tritschler haben diese Zeit in rund 50.000 Bildern dokumentiert. Sie waren die wohl renommiertesten Industriefotografen jener Jahre. Sie zeigen, wie das zerstörte Land zur neuen Heimat von Millionen Menschen wurde.
General-Anzeiger Chefredakteur Helge Matthiesen hat ein Buch mit Motiven aus dem großen Fundus von Dr. Paul Wolff und Tritschler vorgelegt. Diese Bilder stehen im Mittelpunkt des Abends. Matthiesen wird vorstellen, welche Geschichten die Bilder erzählen, was sie zeigen und was sie nicht zeigen, wie es sich in diesem neuen Land lebte und warum es hier vielleicht Antworten auf die Frage gibt, warum Nordrhein-Westfalen so erfolgreich wurde?
Neben Geschichten rund um die Bilder steht eine kleine Talkrunde bereit mit dem Bonner Historiker und Publizisten Knut Bergmann und dem Sozial- und Wirtschaftshistoriker, dem emeritierten Professor für Wirtschafts- und Verfassungsgeschichte der Uni Bonn, Günther Schulz. Während Bergmann sich mit der Weinkultur der frühen Bundesrepublik und dem ursprünglich in NRW politisch tätigen Walter Scheel beschäftigt hat, bringt Günther Schulz die Erfahrung jahrelanger Forschung zu großen Unternehmen und politischen Weichenstellungen der Nachkriegszeit ein. Denn die Frage, ob es ein Wirtschaftswunder überhaupt gegeben hat, ist unter Historikern bis heute umstritten.
Musik darf an so einem Abend nicht fehlen: Das a-cappella EU-Semble singt populäre Stücke dieser Jahre: Humorvolle Texte und überraschende Kombinationen zwischen Heinz Erhardt und Deep Purple öffnen einen ungewöhnlichen Blick auf Kultur und Zeitgeist. Die drei Sänger Bruno Schreiner, Robert Kunze und Mupp Schloeßer versprechen gute Unterhaltung auch ohne Musikinstrumente.
Nordrhein-Westfalen – Aufbruch ins Wirtschaftswunder, Montag, 27. April, 18 Uhr, Contra-Kreis-Theater, Am Hof 3-5. Karten gibt es für 10 Euro unter bonnticket.de, im Contra-Kreis-Theater und bei den üblichen Vorverkaufsstellen
Über das Stück
27. Apr 2026 – 27. Apr 2026